Termine:
Seminarort:
Haus des Gastes, Detmold-Hiddesen
Seminarzeiten:
Freitag: 18.00-21.00 Uhr
Samstag: 9.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr
Sonntag:
9.00-12.00 und 14.00-17.00 Uhr
Seminarleiter:
Dr. med. Hans Baitinger
, Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Psychotherapie, Mitglied des Landesverbandes Bayern des DZVhÄ, Weiterbildungsberechtigter für die dreijährige Weiterbildung zur Zusatzbezeichnung Homöopathie.
Empfohlene Literatur:
- Gunthart Weber (Hrsg.), Zweierlei Glück,
- Bert Hellingers, Die Systemische Psychotherapie, Carl
Auer Verlag, Heidelberg
- Bert Hellinger, Anerkennen was ist, Kösel Verlag
- Bert Hellinger, Die Mitte fühlt sich leicht an, Kösel Verlag
- Praxis des Familienstellens, Carl Auer Verlag, Heidelberg
August-weihe-institut für homöopathische Medizin e.V.
Benekestraße 11. 32756 Detmold
Sekr. H. Schaffrinski
Tel.: 0 52 31/3 41 51
Fax: 0 52 31/3 41 52
R. Gottfried
0 52 31/8 85
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Die systemische Therapie
für homöopathische Behandelte und Behandler
Bei der Beschreibung des Similegesetzes stellt Hahnemann in der Fußnote zu § 26 des Organon fest, dass “(mit einer
Similewirkung) auch... moralische Uebel geheilt (Werden)... . So wird auch Trauer und Gram durch einen neuen, stärkeren jemand Anderem begegneten Trauerfall, sey er auch nur erdichtet, im Gemüthe ausgelöst,... . Selbst-Nichtachtung
überstimmt und aufgehoben”.
In zahlreichen weiteren Hinweisen im Organon beschreibt Hahnemann Hindernisse der Heilung, die sowohl der Arzneiwirkung als auch dieser nichtarzneilichen Kraft Grenzen setzen. Sie unterliegen
Kräften, die einem Bereich des Persönlichen angehören, der nicht den der Arzneiwirkung zugrundeliegenden Mechanismen gehorchen. Dies liegt nicht an der zu Hahnemanns Zeiten geringen Zahl der Arzneimittel, sondern beschreibt ein
allgemeines Phänomen, dem wir unterliegen.
In der phänomenologischen Psychotherapie kommen diese von Hahnemann beschriebenen Kräfte im systemischen Bezug ans Licht. Wir können erkennen wie die Arzneiwirkung Kräfte eines übergeordneten Systems unterliegt und durch diese begrenzt wird. Die Ähnlichkeitsbeziehung wirkt dabei auf andersartige Weise als wir dies in der reinen Arzneiwirkung sehen können.
Hier wirkt Ähnlichkeit im Schicksal als pathogene Kraft. So erklären sich auch manche der Schwierigkeiten, in denen wir im ärztlichen Alltag und bezüglich der Homöopathie insgesamt stehen.
Neben den Kräften, die einer Arznei durch Simile-Wirkung zugänglich sind, speist sich die Krankheit aus Einflüssen der Familie, in die wir hineingeboren wurden. In ihr sind wir an alle Mitglieder durch “die Bindungskraft der primären Liebe” gebunden. Sie entspricht der “gesunden Lebenskraft” im Sprachgebrauch der Homöopathie. Die Bindungen an unser Herkunftssystem unterliegen einer bestimmten Ordnung, die generationsübergreifend wirkt. Ihre Störung kann eine “Verstimmung”, eine Verwirrung oder besser gesagt ein “Miasma” im Sinne einer chronischen Krankheit bewirken. Wurden z. B. in dieser Schicksalsgemeinschaft der Familie frühere Mitglieder bewusst oder unbewusst nicht geachtet, ausgeklammert oder vergessen, sorgt ein “Familien-Gewissen” für einen Ausgleich, meist im Schlimmen. Ein späteres Mitglied identifiziert sich unbewusst mit dem ausgeklammerten Früheren, verstrickt sich und übernimmt blind sein “Schicksal” oder seine Schuld
Wird unser Handeln durch unbewusste Verstrickungen geprägt, kann sich dies als Heilungshindernis beim Patienten oder in unserem ärztlichen Handeln auswirken. Die Homöopathie allein schützt uns und unsere Patienten nicht vor den Folgen. Diese Wirklichkeit liegt zum überwiegenden Teil außerhalb des Einflussbereiches von Medikamenten oder unseres Wollens, bleibt unserem Bewusstsein verborgen und kann so eine mögliche Entstehungsbedingung von Konflikten und Krankheit sein. Durch die Aufstellungsarbeit wird Fehlverordnung und Verstrickung sichtbar und behutsam zur Ordnung des Systems zurückgeführt.
Jeder trägt unbewusst das innere Bild seiner Ursprungsfamilie in sich, das auch diese Störungen der Ordnung oder des Ausgleichs im Geben und Nehmen widerspiegelt und so Gelingen oder Scheitern unserer Beziehung und unseres Lebensplans bestimmt. Dieses Bild ist vergleichbar mit einem Arzneimittelbild. Es ergänzt das Bild der klassischen homöopathischen Anamnese auf eigene und eigentümliche Weise. Die Wahrnehmung dieses Bildes beim Patienten ist eng mit unserer Selbstwahrnehmung verwoben, genau wie Hahnemann die Selbstwahrnehmung bei der Arzneiprüfung als die zuverlässigste Quelle Erkenntnis herausstellt (§141) und für eine erfolgreiche Behandlung als unabdingbar bezeichnet hat.
Das innere Bild kann in der Aufstellungsarbeit ans Licht, in die Wirklichkeit gebracht werden, so dass wir uns ihm stellen und eine gute Lösung finden können. Dabei kann für das ganz Persönliche ein wesentlicher Schritt einer Lösung eingeleitet werden. Diese Lösung schafft neue Voraussetzungen für unsere Heilung.
Die angemeldeten Kolleginnen und Kollegen, wie auch die Patientinnen und Patienten, können sich unter Zuhilfenahme der Aufstellungsarbeit ihrem eigenen System stellen und entsprechende Lösungen finden. Unter Umständen ergeben sich daraus auch Handlungsanweisungen für einen neuen Umgang mit unseren Angehörigen, Mitmenschen, Patienten, dem Berufsverband, der Homöopathie und der übrigen Medizin.
In diesem Seminar wird an einzelnen Arbeiten das Vorgehen erläutert, sofern es den therapeutischen Prozess nicht stört, der sich durch die unmittelbare Arbeit ergibt. In einem weitergehenden Austausch (Folgekonsultation) könnten dann die Zusammenhänge zur homöopathischen Arbeit näher erläutert werden.
udated 08/2010